Die ägyptischen Götter

Die Alten Ägypter glaubten nicht nur an einen Gott, sondern an Hunderte Götter. Es ist oft schwierig, sie von einander zu unterscheiden. Viele Götter wurden durch Tiere verkörpert.
Jeder Gau ("Bezirk") hatte seinen eigenen Gott, den man dort besonders verehrte.
Der Sonnengott Re hatte allerdings in ganz Ägypten eine besondere Bedeutung.

Die Ägypter glaubten, dass die Welt am Anfang nur aus Wasser bestand. Dann tauchte ein Urhügel aus dem Ozean auf, auf dem der Sonnengott Re geboren wurde.
Re hatte vier göttliche Kinder: "Schu", die Luft, "Tefnut", das Wasser, "Geb", die Erde und "Nut", der Himmel.
Geb und Nut zeugten "Osiris", das pflanzliche Leben, "Isis", das fruchtbare Land, "Seth", die Dürre und "Nephthys", die Wüste.

Als die Menschen geboren wurden, zogen sich die Götter in die Unsichtbarkeit zurück. Von da an gab es in Ägypten drei Gesellschaftsschichten: Gottheiten, Könige und Menschen. Der Pharao ließ sich selbst oft als Gott "Horus" – der Gott mit dem Falkenkopf – verehren.

Falkenstatue vor dem Horustempel in Edfu

Eine weitere Gottheit möchte ich dir noch vorstellen, nämlich "Bastet", die Katzengöttin. Sie war die Schutzgöttin des Hauses.

Da die Götter oft als Tiere oder als Mischung aus Tier- und Menschengestalt dargestellt wurden, verehrten die Ägyptern viele Tiere sehr. Wer Tiere misshandelte, wurde schwer bestraft. Wenn ein Tier starb, wurde es mumifiziert und feierlich begraben. Es entstand sogar eine ganze Stadt, die nur aus Friedhöfen heiliger Tiere bestand.


Zur Verehrung der Götter wurden Tempel errichtet. In jedem wohnten immer nur ein Gott oder eine Göttin. Im innersten Teil des Tempels wurde ein Schrein mit einer Statue des verehrten Gottes oder der Göttin aufgestellt. Täglich wurden den Göttern Speisen, Getränke, Weihrauch und Leinen gebracht, um sie freundlich zu stimmen. Die Menschen dachten, dass die Götter über ihr ganzes Leben wachten.

Götterstatue im Abu Simbel

Den Tempel selbst durften nur die Priester oder der Pharao betreten. Das oberste Priesteramt hatte eigentlich der Pharao inne, doch setzte er meist einen Hohepriester für dieses Amt ein. Dieser kontrollierte die riesigen Ländereien und Schätze, die zum Tempel gehörten. Oft wurde das Priesteramt auf die Söhne weitervererbt.