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Das Leben auf einer Burg war keineswegs so romantisch, wie es in Filmen immer gezeigt wird. Die Burgen waren sehr oft klein, eng, zugig, dunkel und sehr kalt. Glasfenster gab es nur in der Kapelle. Die Fensteröffnungen konnten nur mit Schweinsblasen oder Holzverschlägen verschlossen werden. Als Beleuchtung dienten Kienspäne oder Fackeln. Die Betten wurden mit dicken Vorhängen verhängt, um sich vor der Kälte und der Zugluft zu schützen. Das Gesinde und die Burgbesatzung schlief auf Stroh in den Ställen, in den Werkstätten, selten in eigenen Gesindehäusern. Die einzigen beheizbaren Räume waren die Küche, der Rittersaal und die Kemenaten. Das Leben auf der Burg war also eigentlich nur im Sommer erträglich. Das Essen war nicht sehr abwechslungsreich. Die Hauptnahrung war Brot, Hirse- oder Haferbrei, Milch und Käse. Fleisch gab es nur zu speziellen Festtagen oder bei Feierlichkeiten. Im Sommer gab es noch Erbsen, Bohnen, Kohl und Rüben. |
Getrunken wurde Wasser, Milch und Bier, das auch Kinder bekamen. Auf einer Burg lebten und arbeiteten viele Menschen. Je größer die Burg war, um so mehr. Pagen, Knappen, Handwerker, Knechte und Mägde. Der Seneschall war für die Verwaltung zuständig, der Kämmerer für die "Kammern", der Mundschenk für die Getränke. Der Truchsess war für den Haushalt verantwortlich. Gärtner, Jäger, Falkner, Schmied und Rüstungsschmied, Maurer, Tischler und Pferdeknechte lebten ebenfalls auf der Burg. Das Leben selbst war sehr eintönig. Der Sommer war die Zeit der Kampfspiele, der Turniere und der Jagd. Die Kinder liefen auf Stelzen, spielten Federball oder mit kleinen Holzrittern. Im Winter spielte man Schach oder Backgammon. Nur wandernde Musikanten oder Minnesänger brachten Abwechslung und Neuigkeiten auf die Burg. |
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